Rittersporn

Spornte Flora dich beizeiten

an zu überschwänglich blau-violett,

singst du Kühne deine Töne,

farblich sicher im Duett

mit dem Sporn des Herren Ritters,

seines Zeichens Pate hier,

dem es, ob solch‘ Koloraturenflitters

die Stimm‘ verschlägt in dem Visier.

Doch unbekümmert nun zum Tanz

lässt du die Seelenfarben klingen,

gesegnet lichter Himmelsglanz

fliesst zu den kummervollen Dingen.

 

Du Rittersporn trägst als Dekor

die blaue Stola nicht vergebens,

denn Erdenschwere sieht empor

zum weiten Horizont des Lebens.

Und alles löst sich in ihm auf –

dein Himmelsaug’ das Lid nun senkt,

es lässt dem Schicksal seinen Lauf

und hat mich überreich beschenkt.

 

©Adelheid Louise Koch